Schulen

Hintergrund

Der afrikanischen Großfamilie, bisher tragendes Element sozialer Absicherung in Uganda, droht die Zerstörung. Bürgerkriege und Aids haben 2 Millionen Waisenkinder hinterlassen.
Mittlerweile muss jede dritte Familie verwaiste und verwitwete Verwandte aufnehmen, wo früher in einer Hütte sechs bis acht Personen lebten, sind es nun doppelt so viele. Für ihre Ernährung, Schulbildung und Gesundheit zu sorgen, früher eine familiäre Verpflichtung, ist nicht mehr möglich. Die soziale Instanz Großfamilie steht vor der Zerreißprobe.

Kinder in Uganda

Ugandische Frauen gebären mit 7 Kindern pro Frau die meisten Kinder im ost- und südafrikanischen Vergleich. 98 von tausend Babys unter einem Jahr sterben, bevor sie ein Jahr alt sind. 23 % der Kinder unter 5 Jahren sind untergewichtig. Mit 15 Jahren sind schon 17 % der Mädchen verheiratet, die Hälfte der jungen Frauen heiraten kurz bevor sie 18 Jahre alt werden. (Die statistischen Angaben wurden dem Uganda Health Bulletin Jan. – März 2002 entnommen.)

Hier nähen Dorfmitglieder die Schuluniformen.

Schule in Uganda

In den 60er Jahren, hatte Uganda eines der am besten entwickelten Bildungs- und Gesundheitssysteme Schwarzafrikas. Das Niveau war so hoch, dass Ugander gern im Ausland, vor allem in Großbritannien, gesehen wurden. Heute gibt es eine Analphabetenrate von 74% bei Männern und 50% bei Frauen. Nur 55% der Kinder werden eingeschult und nur 5% bis 10% erreichen den Abschluss. Schulpflicht besteht, die Schule ist aber ab der 7. Klasse kostenpflichtig.

Während des letzten Bürgerkrieges, hatte kaum jemand die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Dadurch sind heute kaum ausgebildete Leute zu finden. Erst nach Ende des Bürgerkrieges 1986, kam das Schulwesen wieder in Schwung. Das Schulsystem sieht eine 7-jährige Grundschulzeit, sowie eine 4-jährige Mittelstufe vor. Wer studieren möchte, muss noch die 2-jährige Oberstufe besuchen. Ein Schuljahr ist aufgeteilt in Trimestern, d.h. 3 Unterrichtsabschnitte pro Jahr.

Schule

Staatliche Grundschulen gibt es in fast jeder Gemeinde, höhere Schulen (die meisten sind Privatschulen) findet man dagegen nur in größeren Städten. Die Klassengrößen variieren enorm und zwar von über 100 Schülern in Grundschulen bis zu 60 Schülern in den höheren Schulen. Lehrer können sich so nicht, wirklich pädagogisch engagieren. Der Lehrstoff wird in der Regel nur auswendig gelernt.

Die Züchtigung mit einem “Stöckchen”, gehört in Uganda zum Schulalltag. Das tragen einer Schuluniform ist Pflicht. Jede Schule hat ihre eigene Farbe und ihr eigenes Design. Die Schüler haben einen 8-Stunden Tag, An 5 Tagen der Woche.

Schulbusse oder etwas ähnliches gibt es nicht. Nur wenige Kinder haben Fahrräder. Lehrergehälter zahlt der Staat, bauliche Maßnahmen müssen in Eigeninitiative durchgeführt werden.

Grundschule

Seit 1996 ist der Grundschulbesuch, der ersten 4 Kinder einer Familie, kostenlos. Dennoch entstehen für die Familien Kosten. Eine Schuluniform aus billigstem Material kostet bereits bis zu acht Euro, ein paar Schuhe mindestens genauso viel. Dazu kommen Schulhefte und Stifte. Sehr viele Eltern können dies nicht bezahlen, da die meisten Familien auf dem Land kaum über Geld verfügen. Ihre Felder, etwas Vieh und ein paar Hühner bringen gerade genug zum Leben. Ein weiteres Problem: Die Klassen werden noch voller und nicht für alle Kinder gibt es Schulbänke. Die Kinder sitzen daher häufig auf dem Boden. Auch gibt es noch nicht genügend Klassenräume. Hinzu kommt die ungenügende Ausstattung mit Lehrmaterialien.

Bis zu 100 Schüler werden von einem Lehrer unterrichtet, so dass eine individuelle Förderung der traumatisierten Schüler nicht möglich ist.

Mittel- und Oberstufe

Da viele Schüler von weit her kommen, ist der Ganztagesschule oft auch ein Internat angegliedert. Dadurch entstehen natürlich Kosten für die Unterbringung und Verpflegung der Schüler. Aus diesem Grund sind die Schulen auch kostenpflichtig. Viele Familien können das Schulgeld nicht aufbringen. Oft werden deshalb bereits begonnene Ausbildungen wieder abgebrochen. Während der Trockenzeit, in der die Eltern nichts ernten und folglich auch nichts verkaufen können, fehlt vielen das Geld, um die Schulkosten zu bezahlen. In der Erntezeit besuchen die Schüler nicht immer regelmäßig die Schule, da sie dann ihren Familien helfen müssen.

Der Unterricht umfasst im wesentlichen die Fächer Englisch, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Geographie, Geschichte, Religion, Musik, Kunst, Wirtschaftswissenschaften, Buchhaltung. Fast jede Schule hat ein Fußball- oder Volleyballteam.

Die Schüler müssen pro Trimester zwischen 50 bis 80 Euro zahlen. Wer im Internat lebt, muss noch zusätzliche Zahlungen leisten. Hinzu kommen Kosten für Bücher, die Schuluniform, Lederschuhe und Lehrmaterial. Schüler die im Internat leben, brauchen noch zusätzlich eine Matratze, eine abschließbare Metallbox, Bettwäsche, Waschschüssel usw.

Berufsschulen

Jugendliche sind generell sehr am Unterricht interessiert, denn ohne Ausbildung ist es schwer, einen Beruf zu bekommen. In kostenpflichtigen, staatlichen Berufsschulen, können sie in drei Jahren, zum Tischler, Maurer, Schneider ausgebildet werden.
Private Berufsschulen sind sehr teuer.

Da die Anzahl der Plätze sehr limitiert sind, bleibt für die Großzahl der Jugendlichen, nur die Alternative in der Landwirtschaft zu arbeiten oder jede Art von Gelegenheitsjobs anzunehmen.

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